Rehabilitiert: Die Tour de France kehrt im Jahr 2015 auf die öffentlich-rechtliche Mattscheibe zurück - die ARD überträgt das größte Rennen des Straßenradsports erstmals seit vier Jahren wieder live.
Wie das Nachrichten-Magazin Spiegel und der Sport-Informations-Dienst SID unisono berichten, wird die ARD deutsche Radsport-Fans mit Live-Bildern von der 102. Auflage der Frankreich-Rundfahrt versorgen. Rund fünf Millionen Euro soll sich der Sender die Übertragungsrechte für zwei Jahre kosten lassen. Eine offizielle Bestätigung durch den Sender und Tour-Veranstalter ASO steht jedoch noch aus.
Doping-Ausstiegsklausel
Nach Spiegel-Informationen soll der Vertrag eine Dopingklausel enthalten, die dem Sender einen Ausstieg aus der Berichterstattung bei neuen Vorfällen ermöglicht. Bereits im Jahr 2007 stiegen ARD und ZDF während der Tour aus der Live-Berichterstattung aus, nachdem der damalige T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz des Dopings überführt wurde. 2011 hatten beide Sender nur aus Vertragspflicht live von der Tour berichtet, danach lediglich nachrichtlich aus Frankreich berichtet. Live-Bilder konnten deutsche Radsport-Fans seitdem lediglich bei Eurosport verfolgen.
Degenkolb: “Wahnsinnig gutes Signal”
“Im meinem Umfeld ist der Radsport einfach sauberer geworden. Daher ist es ein wahnsinnig gutes Signal von der ARD wieder einzusteigen”, sagte Sprinter John Degenkolb (Giant-Alpecin) gegenüber dem SID. Ab 16 Uhr soll sich der Sender mit Live-Bildern von der jeweiligen Etappe einklinken. Das ZDF verzichtet indes aus Kostengründen weiterhin auf eine Übertragung der “Großen Schleife”.
Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de
Nach der “Hölle des Nordens” ist Schluss: Sir Bradley Wiggins wird dem Team Sky bis einschließlich des französischen Frühjahrsklassikers Paris-Roubaix (12. April) erhalten bleiben und sich danach dem Unternehmen “Bahnrad-Gold in Rio” widmen.
Wie der britische WorldTour-Rennstall am Montag mitteilte, verlängerte der britische Tour-de-France-Sieger des Jahres 2012 seinen Vertrag bis Ende April 2015 - danach möchte sich Wiggins wieder verstärkt dem Bahnradsport verschreiben. “Das Team bedeutet mir sehr viel und ich bin froh, die Farben des Rennstalls noch bis Ende April repräsentieren zu dürfen”, erklärte der 34-Jährige in der Team-Mitteilung.
“Paris-Roubaix ist ein spezielles Rennen”
“Paris-Roubaix ist ein spezielles Rennen für mich, eines der härtesten Rennen im Kalender und mein Ziel ist es, meinen neunten Rang aus dem Vorjahr zu verbessern”, ergänzte Wiggins. Nach dem Kopfsteinklassiker durch den Norden Frankreichs werde er sich wieder auf den Bahnradsport konzentrieren und gezielt der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro widmen. Wiggins fährt seit der Gründung im Jahr 2010 für die Mannschaft von Team-Chef David Brailsford. “Wir freuen uns, dass Bradley seinen Vertrag bis ins Jahr 2015 verlängert hat”, sagte Brailsford.
Erster britischer Tour-Sieger
Im Jahr 2012 gewann Wiggins als erster Brite überhaupt die Tour de France, musste im folgenden Jahr beim Sieg seines Landsmannes und Teamkollegen Christopher Froome jedoch verletzungsbedingt passen. Im letzten Jahr wurde der amtierende Zeitfahr-Weltmeister und Olympia-Sieger nicht für das Tour-Aufgebot von Sky nominiert. Bis dato konnte Wiggins 23 Siege für den Rennstall einfahren. Auf der Bahn holte er 2004 und 2008 insgesamt dreimal Olympia-Gold.