RARU 2014 „Race across Russia - The Trans-Siberian Extreme“

RARU 2014 „Race across Russia - The Trans-Siberian Extreme“ startete am 22. Juli 2014 um 6.04 Uhr früh Moskauer Zeit im Zentrum von Moskau und endete in Wladiwostok am Japanischen Meer am 3. August 2014 um 21.00 Moskauer Zeit bzw. 4.8., 4.00 früh Ortszeit Wladiwostok.

Die Ankunft in der Nacht hatte den großen Vorteil, dass das RARU-Team vom Stadtrand über die beiden Brücken auf fast leeren Straßen ohne Verkehrsstau in die Stadt einfahren konnte.

Andreas Fuchs und Anatoly Nesterov schafften es als erste Extremsportler die Strecke von Moskau nach Wladiwostok non-stop ohne Unterbrechung zurück zu legen, einer der beiden Radfahrer war immer am Rad, 24 Stunden Tag und Nacht, bei jedem Wetter, ob Regen, Wind und Sonne und bei jeder Temperatur, Wärme und Kälte bis 4 Grad in der Nacht. Insgesamt haben die beiden 9254 km zurückgelegt und damit einen Schnitt von 28,3 km/h geschafft. Laut GPS Daten, die von Global Tracking aufgezeichnet wurden, haben die beiden 58.399 Höhenmeter bezwungen und 58.534 Meter ging es auf der ganzen Strecke bis zum Meeresniveau in Wladiwostok auch wieder bergab. Jeder der beiden Radrennfahrer hat mehr als die Strecke vom Race across America zurückgelegt.

RARU „Race across Russia – The Trans-Siberian Extreme“ ist damit das härteste und längste Radrennen der Welt, das uns Russland als größtes Land der Erde mit seinen wunderschönen Regionen zeigt.

Die Strecke führte entlang der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau kommend durch die osteuropäische Tiefebene über den Ural in die Westsibirische Tiefebene, über die Städte Kostroma, Perm, Ekaterinburg, Tjumen, Omsk und Novosibirsk und erreichte bei Krasnoyarsk das Mittelsibirische Gebirge mit endlosen Anstiegen und Bergstrecken von Krasnoyarsk über Kansk bis Irkutsk - etwa 1500 km, bei denen es in den Nächten extrem kalt war und zum Teil stark geregnet hat. Die Temperaturen fielen dabei teilweise bis auf 4 Grad und verlangten den Radfahrern körperlich alles ab. Durch mentale Stärke und extreme Disziplin, sowie Vertrauen zum Partner meisterten Andi und Anatoly aber die härtesten Straßen- und Umweltbedingungen.

Die kurze flache Strecke entlang Irkutsk und entlang dem Baikalsee führte dann in eine extrem gebirgige Gegend „hinauf“ nach Ulan Ude, der Hauptstadt der Republik Burjatien, zu der zwei Drittel des Baikalsees gehören. Normalerweise ist dieses Gebiet im Sommer relativ warm. Doch das Wetter bei RARU 2014 war den beiden Extremsportlern nicht gerade wohlgesinnt. Auch in diesem Teil der Strecke regnete es häufig und die Temperaturen fielen auf bis zu 4 Grad. Andreas Fuchs litt unter diesen niedrigen Temperaturen extrem, 4 Grad bei Nässe und Wind sind gefühlte Minusgrade.

Die Strecke von Ulan Ude bis Chita war etwas angenehmer und von der Temperatur erträglicher. Nach Chita beginnt die längste neugebaute Straße der Welt. Die Amur-Trasse führt von Chita entlang der Grenze zur Mongolei und China bis nach Khabarovsk. Das erste Drittel ist extrem herausfordernd und bergig. Dass es in diesem Gebiet auch noch extrem kalt wird ist unüblich. RARU „The Trans-Siberian Extreme“ hat sich 2014 jedenfalls von seiner besonders kalten „sibirischen“ Seite gezeigt.

Die beiden Fahrer haben die Prozesse und die Wechsel den Wetterbedingungen und ihrem körperlichen Zustand angepasst. Es wurde nach einigen Tagen der einigermaßen perfekte Rhythmus gefunden. Untertags wechselte man alle 35 km, in der Nacht fuhr jeder eine „Schicht“ von 100 km, also etwa 3 Stunden, damit sein Partner sich etwas länger ausruhen konnte.

Anatoly ging mit den Ruhepausen sicher besser um. Er schaffte es, sich innerhalb von wenigen Minuten nach jedem Einsatz in Schlafposition zu bringen. Andi hatte damit größere Schwierigkeiten. Dies fehlte dann beim Schlaf und das rächte sich nach etwa einer Woche. Andi war sehr mitgenommen und sein rechtes Knie machte auch Probleme. Einmal fuhr er eine Bergstrecke nur mit dem linken Fuß, um den rechten zu schonen. Gott sei Dank betreuten ihn unser Arzt Vasily Turchinsky und Andi´s Coach Christian Wallisch rund um die Uhr so perfekt, dass Andi die letzten Tage wieder voll einsatzfähig war.

Nach der endlos scheinenden Amur-Trasse – 2000 km auf und ab von Ulan Ude bis Khabarovsk, erreichten wir dann endlich auch bei höheren Temperaturen den letzten Teil der Strecke nach Wladiwostok. Die Temperaturen fielen auch in der Nacht nicht mehr unter 16 Grad und der Regen hielt sich entgegen der Prognosen auch etwas zurück.

Die Straßen freilich zwischen den beiden großen Städten Khabarovsk und Wladiwostok im fernen Osten Russlands sind zum Teil eine Zumutung. Man hat nicht das Gefühl, dass auf den endlos langen Baustellen auch tatsächlich gebaut wird, und dass sich seit RARU 2013 etwas gebessert hat, obwohl in fast allen anderen Regionen, durch die RARU führt, sich im letzten Jahr der Straßenzustand enorm verbessert hat. Im Gebiet um Kansk, das von uns als schlechtestes bei RARU 2013 ausgewählt wurde, war fast die gesamte Strecke durch das gebirgige Teilstück fertig asphaltiert. Dieses Jahr werden wir wohl die Strecke Khabarovsk nach Wladiwostok und die Straßen im europäischen Gebiet um Kostroma als die schlechtesten Abschnitte bewerten. Wenn aber der Straßenbau so weiter geht, dann kann man in Zukunft bei RARU-Bewerben sicher neue Rekorde erwarten. Über 9000 km perfekte Straßen bei so extremen Wetterbedingungen zu garantieren ist nämlich eine riesige Herausforderung an alle Regionen.

Dieses Jahr sind Andreas Fuchs und Anatoly Nesterov die Strecke von Moskau nach Wladiwostok, immer entlang der Transsibirischen Eisenbahn, das erste Mal als Zweierteam im „Speed und Non-Stop“-Modus gefahren. Dank unserem 20 köpfigen RARU-Team - jeder einzelne hat gemäß seiner Funktion rund um die Uhr unsere beiden Athleten unterstützt, massiert, betreut, versorgt, bekocht, das Racecar gefahren, um die Rennfahrer zu schützen, alles organisiert, gefilmt, Interviews geführt, fotografiert und die Räder serviciert - war die Umsetzung dieses Weltrekordprojektes erst möglich.

Dank unseren Premium- und Hauptsponsoren VW, Sony, Kühne + Nagel, Continental und Metro, sowie den Technologielieferanten Polar, Globaltracking und Unitech und unseren Partnern, der Wirtschaftskammer Österreich, dem Außenwirtschaftscenter Moskau und dem Russischen Triathlonverband, sowie den russischen Behörden, der lokalen Polizeibegleitung und den verschiedenen Organisationen in den Regionen haben die beiden Triathleten und Extremsportler Andreas Fuchs und Anatoly Nesterov mit einer Geschwindigkeit von 28,3 km/h und einer Gesamtzeit von 13 Tagen 14 Stunden und 56 Minuten eine phantastische Leistung, ihren Weltrekord, vollbracht.