Triathlon "Double Olympic Distanz" Staatsmeisterschaft beim Trumer Triathlon

Kurz vor dem Start um 8:30 waren noch einige Wolken am Himmel rund um den See in Obertrum zu sehen. Es war warm, aber durchaus noch sehr angenehm. Pünktlich mit dem Startschuss verzogen sich aber auch die letzten Wolken und das Teilnehmerfeld begab sich auf die erste Teilstrecke des Triathlons. Bereits bei der ersten Boje hatte sich eine kleine Gruppe von etwa 10 Schwimmern etwas abgesetzt und blieb auch bis zum Wechsel aufs Rad sehr dicht zusammen. Einzig Franz Höfer konnte sich etwas nach vorne absetzen und begab sich mit etwa 30 Sekunden Vorsprung auf die selektive Radstrecke von 90km. Seine härtesten Konkurrenten folgten in kurzen Abständen dahinter. Nach der ersten Radrunde hatte sich eine 4 Mann starke Gruppe an der Spitze gebildet. Der Deutsche Markus Fachbach, Franz Höfer, Max Renko und der Steeltownmansieger Christian Birngruber vergrößerten konstant ihren Vorsprung auf die Verfolger. Einsam und verlassen zog Philipp Podsiedlik etwa 2min hinter der Führungsgruppe seine Runden.

Die Temperaturen waren mittlerweile auf 30 Grad im Schatten geklettert und die Sonne brannte auf die Strassen. Dies konnte bis zu diesem Zeitpunkt der Damenführenden Eva Wutti nichts anhaben. Wutti, Staatsmeisterin 2010 über eben diese Distanz und heuer bereits überraschend Staatsmeisterin über die olympische Distanz, fuhr am Rad die Konkurrenz in Grund und Boden. Beim Wechsel zum abschließenden Laufen hatte Wutti bereits über 4 Minuten Vorsprung auf die Tschechin Eva Potuckova und doppelt so viel auf Simone Fürnkranz – Dritte zu diesem Zeitpunkt.

Bei den Herren erreichte die Spitzengruppe fast zeitgleich die Wechselzone und es versprach ein packendes Laufen zu werden. Kamen doch noch vier Athleten für den Tagessieg in Frage und es waren immer noch drei Anwärter auf den österreichischen Staatsmeistertitel. Franz Höfer ließ allerdings von erstem Laufmeter an keinen Zweifel an seinem Siegeswillen. Die erste von vier Runden absolvierte er in einem unglaublichen Schnitt von 3min30sec pro Kilometer. Einzig Fachbach konnte ihm folgen, verlor allerdings auch konstant an Boden. Dahinter kämpften Renko und Birngruber gegen die Hitze und um den Vizestaatsmeistertitel. Podsiedlik hatte in der letzten Radrunde noch einmal viel Zeit auf die Spitzengruppe aufgeholt und kämpfte verzweifelt um den Anschluss und die „Stockerlchance“. Nach 6 Laufkilometern musste Christian Birngruber aufgeben, Max Renko konnte sein Tempo ebenfalls nicht halten und wurde letztendlich bis auf Platz 11 durchgereicht. Höfer lief in der großen Hitze noch einen Halbmarathon in 1h und 20min und feierte neben dem Tagessieg auch den Staatsmeistertitel. Im Ziel hatte er über 4 Minuten Vorsprung auf den Deutschen Fachbach. Podsiedlik holte sich mit einer soliden Leistung den Vizestaatsmeistertitel vor dem „Altmeister“ Albuin Schwarz.

Bei den Damen schien alles schon für den Zieleinlauf von Eva Wutti und die Titelverteidigung aus dem Vorjahr gerichtet. Völlig überraschend überquerte aber Eva Potuckova die Ziellinie als Erste und, ähnlich wie bei den Herren, erreichte  Simone Fürnkranz als neue Staatsmeisterin das Ziel. Was war passiert und wo war Wutti? Diese kollabierte 1km vor dem Ziel und konnte nicht mehr weiter laufen. Die Rettungskräfte kümmerten sich sofort um die junge Athletin. Nach gut 20min schleppte sie sich unter dem Jubel der Zuseher ins Ziel und beendete den Bewerb als 12te Dame. Die Deutsche Renate Forstner konnte sich den 3ten Gesamtrang sichern und in der Staatsmeisterschaftswertung der Damen belegten Bettina Zelenka und Elisabeth Gruber die Plätze 2 und 3.

Es war ein überaus spannender Bewerb mit einer selektiven Radstrecke, angenehmen 4 Laufrunden und einer Streckenführung, bei der man die Athleten alle 2,5km zu sehen bekam. Es wurde viel für die Zuseher getan um die Wartezeiten zu überbrücken, Parkplätze waren ausreichend vorhanden und die Wechselzone großzügig angelegt. Der Laufweg vom Schwimmausstieg zur Wechselzone mit fast 500m Länge ist zwar anspruchsvoll, aber mit einer eigenen Wertung für diesen Streckenabschnitt hat man sich eine gute Motivationsspritze überlegt. Es war ein im wahrsten Sinne des Wortes „heißes Rennen“ und ein absolut gelungener Bewerb bei.