Zwei Ausnahmeathleten und ein gescheiterter Grand-Slam

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Die Tennissaison neigt sich ihrem Ende zu. Was bleibt vom Tennisjahr 2015? Mit Novak Djokovic bei den Herren und Serena Williams bei den Damen dominierten zwei Spieler das Geschehen weitgehend. Williams stand kurz davor, Historisches zu schaffen. Doch sie scheiterte an ihren Nerven. Aus österreichischer Sicht konnte ein junger Spieler auf sich aufmerksam machen.

Boris Becker lobt Djokovic überschwänglich

„Diese Saison ist eine der besten, die ein Spieler je absolviert hat. Vielleicht sogar die beste", sagt Boris Becker über seinen Schützling Novak Djokovic. Nun kann man dem Deutschen natürlich Befangenheit vorwerfen, immerhin kann er sich als Trainer des Serben an dessen Erfolg mitverantwortlich fühlen. Doch niemand wird bestreiten, dass der „Djoker“im Jahr 2015 bei den Herren das Tennisgeschehen dominiert hat. Zehn Titel hat Djokovic in diesem Jahr geholt, darunter die Grand-Slams, in Melbourne, London und New York. Tennis Wetten auf den Serben beim nun anstehenden Masters-Turnier in London stehen folgerichtig hoch im Kurs. Insbesondere deshalb, weil Djokovic das Turnier in den letzten beiden Jahren gewinnen konnte. Lediglich der verpasste Titel bei den French Open dürfte den Serben wurmen. In einem atemberaubenden Finale ging er gegen einen wie entfesselt aufspielenden Stan Wawrinka als verdienter Verlierer vom Platz. Trainer Boris Becker sieht trotz allem noch Steigerungspotenzial. Es sei immer möglich, sich zu verbessern. Im Fall von Djokovic, dass dessen Konstanz auf der Vorhandseite noch optimierbar sei.

Serena versagen die Nerven

Ebenfalls drei Grand-Slam Titel konnte die US-Amerikanerin Serena Williams in diesem Jahr holen. Doch ausgerechnet in ihrer Heimat versagten Serena die Nerven. Den historischen Grand-Slam vor Augen, verlor sie bei den US Open ihr Halbfinale gegen die Italienerin Roberta Vinci in drei Sätzen. Nach der Partie verließsie tief enttäuscht den Platz. Vinci hatte es geschafft, mit guten Aufschlägen und taktischer Finesse den Sieg gegen die eigentlich spielstärkere Williams zu erreichen. Trotz der großen Trauer ob des verpassten Grand-Slams: Serena Williams war auf die ganze Saison gesehen die überragende Spielerin. So schaffte sie es zum zweiten Mal in Folge, saisonübergreifend vier Grand-Slams zu gewinnen. Dies gilt zwar nicht als „echter“Grand-Slam, ist aber trotzdem eine herausragende Leistung. Zudem krönte sich die 33-jährige zur ältesten Grand-Slam-Siegerin seit Beginn der Open-Era und führt die Weltrangliste souverän an.


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Thiem lässt Österreich hoffen

Dominic Thiem hat in diesem Jahr die mit Abstand beste Karriere seiner Saison gespielt. Der gebürtige Wiener konnte drei ATP-Turniere für sich entscheiden. Dabei schlug er unter anderem gestandene Tennisgrößen wie Leonardo Mayer und Joao Souza. In drei Jahren verbesserte sich Thiem von Rang 309 auf Platz 19 der Weltrangliste. Und das, mit gerade einmal 21. Jahren. Kein Wunder, dass Thiem bereits jetzt als die größte Hoffnung für den österreichischen Tennissport seit Thomas Muster gesehen wird. Und eben jener Muster prophezeit ihm eine goldene Zukunft. Dafür verantwortlich ist auch der Ehrgeiz des jungen Österreichers. Trotz der starken Saison, ist Thiem nicht zufrieden. Insbesondere bei den großen Turnieren müsse er noch konstanter werden, sagte er, unmittelbar bevor er seinen wohlverdienten Urlaub im Süden antrat.