Zeit, Bilanz zu ziehen

Das Jahr 2012 endete mit dem Sieg beim Businesslauf, dem 2. Platz beim Silvesterlauf in Linz und dem Landesmeistertitel über die 10000m mehr als erfolgreich. Die guten Resultate ließen mich einmal mehr überlegen, mich voll und ganz auf das Laufen zu konzentrieren. Nach kurzer Beratung mit meinem Trainer, Andreas Klingler, entschied ich mich jedoch für eine Vorbereitung, die gezielt auf Triathlon der Kurz- bzw. Sprintstrecken ausgelegt ist. Damit folgte ich auch ein wenig meinem Herzen, das neben dem Laufen auch für das Radfahren und Schwimmen schlägt.

Da die ersten Triathlon-Wettkämpfe bereits vor der Tür stehen, will ich ein paar Minuten nutzen, um die bisherige Vorbereitung Revue passieren zu lassen.

Das Radfahren zählt zu meinen Schwächen, das ist mir klar und deshalb verbrachte ich den Großteil meines Wintertrainings auf dem Dachboden. Jedoch nicht um heimlich zu weinen oder mich selbst zu bemitleiden, sondern um auf dem Taxc etwas an meiner Form zu feilen. Die Langlaufschi ließ ich im Keller, keine einzige Schitour brachte ich zustande, dafür habe ich unzählige Kniebeugen, Crossfit-Sessions und knüppelharte Intervalle in den Beinen. Wer sich jetzt denkt, dass ich tage- und nächtelang am Dachboden abgehangen habe, irrt gewaltig. Das Pensum war überschaubar und die meisten ambitionierten Amateure würden mich wegen meiner Trainingsstunden wahrscheinlich belächeln, aber mein Motto lautete wie immer: Qualität vor Quantität.

Sowohl gefühlsmäßig als auch zahlenmäßig zeichnete sich im Laufe der Zeit ein Fortschritt ab, der nicht unbeträchtlich war und spätestens im April, als es ins Trainingslager nach Mallorca ging, wusste ich, dass sich die Arbeit rentiert hatte. Dort konnte ich nicht nur am abendlichen Buffet, sondern meistens auch am Rad mit meinem Kompagnon und Vollblut-Radfahrer Andi mithalten.

Das Schwimm- und Lauftraining kam im Winter natürlich nicht zu kurz und so konnte ich beim Florianer Frühlingslauf meinen ersten Sieg einfahren. Mit einer Pace von 3‘25min/km lief ich bei erheblichem Wind recht locker zu einem ungefährdeten Sieg. Das Wissen hier nochmal einen drauflegen zu können, gab mir die Bestätigung, dass das Training in die richtige Richtung geht. Während ich bei regelmäßigen Koppeltrainings meine Wattzahlen stetig im Blick hatte, galt es zu klären, wie es um meine Tempohärte beim Laufen steht. Der eybl Viertelmarathon in Linz kam da gerade recht. In Abwesenheit von Mehrfachsieger Christian Haas und begleitet von der oberösterreichischen Radsport-Ikone Floyd Strigl, konnte ich gleich von Beginn an ein sehr hohes Tempo anschlagen und trotz kurzer Steh- und Gehpause mit einer Pace von 3`19min/km gewinnen. An dieser Stelle möchte ich nochmal meinen allergrößten Respekt gegenüber Christian Pflügl aussprechen, der den Halbmarathon in der sensationellen Zeit von 1‘05’48 gewonnen hat und dafür sorgte, dass zwei Sport eybl Mitarbeiter- an einem Tag - den obersten Platz am Podest einnahmen.

Aber genug der Lobsalbungen. Am Wochenende führt mich mein Weg nach Braunau, wo der erste Formtest im Triathlonkalender ansteht. Auch wenn die Trainingsleistungen durchwegs gut sind, fährt man doch immer mit gemischten Gefühlen zum ersten Wettkampf. Wie wird das Schwimmen? Kann ich am Rad Druck machen? Dauert mein Wechsel länger als der Radsplit von Karl Prungraber? Ist meine mallorquinische Bräune auch noch gut sichtbar? Und und und…. Den einen oder anderen werden ähnliche Fragen quälen, euch sei gesagt: „Ihr seid nicht alleine“

Ok, Leute. Wir sehen uns in vollem Saft in Braunau und wer nicht kommt, möge mir doch einfach die Daumen drücken.

Zu guter Letzt will ich mich noch bei allen bedanken, die mich unterstützen, auf meinem Weg begleiten und immer hinter mir stehen. Allen voran meine zwei Damen, Petra und Philippa, die meine Erfolge, aber auch Entbehrungen und Launen teilen. Danke an meinen Schleifer und Vater in Personalunion, Andreas Klingler, der Abwechslung in mein Training bringt und für meine Erfolge sorgt. Natürlich gibt es keine Leistung ohne Equipment, deshalb einen großen Dank an meine Sponsoren. Sport eybl, das beste Sporthaus Österreichs und natürlich Saucony, die das beste Laufequipment unter der Sonne stellen. Ohne euch wäre es nicht möglich.