Interview mit Triathlon Olympiasiegerin Nicola Spirig

Anlässlich eines Vortrages gemeinsam mit ihrem Trainer Brett Sutton in Fuschl am See hat TopSportAustria ein Interview mit der Triathlon Olympiasiegerin Nicola Spirig geführt. Brett Sutton legte in einem interessanten Vortrag seine Ansichten zur Trainingssteuerung im Triathlon dar, und schreckte auch vor Vergleichen mit dem Training von Pferden und Hunden nicht zurück.

TopSportAustria: Wie lange war Deine Vorbereitung auf Olympia? Wie lief die heurige Saison? Wieso wurde 13 Tage vor London ein Ironman 70.3 in die Vorbereitung eingebaut?

Nicola Spirig: Eigentlich dauerte die Vorbereitung 4 Jahre seit den letzten Olympischen Spielen. Die ersten beiden Jahre habe ich noch mein Jura-Studium abgeschlossen, um mich dann in den nächsten beiden Jahren ganz auf die Vorbereitung auf London zu konzentrieren. Nachdem ich in den letzten Jahren von 2007 bis 20010 je einmal die WorldSeries Rennen in Eilat, Madrid, Kitzbühel und London gewonnen hatte, hatte ich heuer auch genau die Rennen (EM in Eilat, WM-Serie Rennen in Madrid und Kitzbühel) gewonnen, das habe ich das gutes Vorzeichen gewertet, um auch in London zu gewinnen! In der direkten Vorbereitung auf die Spiele haben wir viele Bewerbe einbaut. Dies laut Brett auch um mich im Training zu bremsen, da ich durch die Anreisen zu den Wettkämpfen und Ruhetage nicht so leicht überziehen konnte. Den 70.3 Ironman als Vorbereitung machte ich, da dies für mich weniger Belastung ist, als zum Beispiel ein Sprint -Triathlon wie ihn viele meiner Konkurrentinnen in Hamburg bestritten haben. Die Schwimm- und Radabschnitte waren gute Grundlageneinheiten und der Lauf über den Halbmarathon war für mich eher ein besseres Joggen mit schnellen 5 km am Ende.

TopSportAustria: Was hast Du am Tag vor dem Rennen trainiert?

Nicola Spirig: Ich war 25 Minuten locker laufen mit einigen Sprints. Die Schwimmeinheit bestand aus 30 mal 50 Meter. Dann noch 1 Stunde locker Rad gefahren.

TopSportAustria: Was hast Du vor dem Rennen gegessen?

Nicola Spirig: Ich habe zum Frühstück eine Tafel Schokolade und eine Banane gegessen. Das bringt viele leicht verfügbare Kalorien.

TopSportAustria: Wie lief das Rennen aus Deiner Sicht?

Nicola Spirig: Das Schwimmen lief gut ich befand mich in der ersten großen Gruppe mit meinen wichtigsten Konkurrentinnen. Nur einige nicht so gefährliche Athletinnen waren in einer Gruppe davor, die wir jedoch bald einholten. Ich fuhr viel an der Spitze um auch Stürzen auszuweichen. In der letzten Radrunde bekam ich Anzeichen von Krampfansätzen, daher musste ich die Taktik beim Lauf ändern. Ich ließ es nicht auf einen kurzen Sprint ankommen, sondern versuchte einen Steigerungslauf auf den letzten 500m. Was gegen die Taktik war die wir vorbereitet hatten.

TopSportAustria: Stimmt es das Dein Trainer während des Rennens nicht an der Strecke sondern in einem Wettbüro war?

Nicola Spirig: Ja, da er nicht akkreditiert war, konnte er ohnehin nicht viel tun. Aber im Wettbüro setzte er nicht nur auf mich, sondern auch auf Lisa Norden und Erin Densham. Damit hat er dann das Podium korrekt vorhergesagt.

TopSportAustria: Wie sieht Dein Trainingsalltag aus? Was sind typische Trainingseinheiten?

Nicola Spirig: Mein Trainingsvolumen ist 25-30 Stunden pro Woche. Allgemein gibt es sehr viele intensive, qualitativ hochstehende Einheiten. Wir machen kein extra Stabilisationstraining, Dehnen oder Krafttraining, sondern bauen dies sportartspezifisch in das normale Training ein. Zum Beispiel durch Schwimmtraining mit Paddels oder Hügelläufen. Eine lange Laufeinheit ist zum Beispiel 21 mal 800m mit 200m Pause. Radeinheiten sind nie länger als 3 Stunden. Lauftraining am Laufband binden wir ein, um die Belastung zu verringern.